Aktueller Rentenwert ab 1.7.2019
  • ARW-West = 33,05 €
  • ARW-Ost   = 31,89 €

Umrechnungsfaktor nach Anlage 10 des SGB VI für die Umrechnung von Ost- auf West-Entgelten: 1,0840 (für das Jahr 2019)

Somit bringt ein RV-pflichtiges Brutto-Entgelt von 10.000 € folgende Rentenanwartschaft:

  • West-Entgelt: 10.000 / 38901 x 33,05 € = 8,50 €
  • Ost-Entgelt: 10.000 x 1,0840 = 10.840 €, also 10.840 / 38901 x 31,89 € = 8,87 €.

Mütterrente 1 & 2:

Seit 1986 fördert der Gesetzgeber die Erziehungsleistung von Müttern und Vätern, zunächst mit einem Jahr Kindererziehungszeiten. Dabei wird im Prinzip so getan, als habe die überwiegend das Kind erziehende Mutter (bzw. der Vater) im ersten Jahr nach dem Monat der Geburt als Durchschnittsverdiener gearbeitet und somit einen Entgeltpunkt erworben. Hat man daneben tatsächlich gearbeitet, so wird beides addiert - bis zur Beitragsbemessungsgrenze. 1992 dann wurde dies ausgeweitet, und es gab fortan 3 Jahre an Kindererziehungszeiten, aber nur für Kinder, die ab 1992 geboren wurden. Ergänzt wurde dies durch die Einführung von Kinderberücksichtigungszeiten bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres, und zwar für alle Mütter, die nach 1921 geboren wurden. Viele empfanden dies als ungerecht, auch wenn die Gerichte dem Gesetzgeber hier einen weiten Handlungsspielraum eingeräumt hatten. So kam es 2014 schließlich dazu, dass für vor 1992 geborene Kinder ein zweites Jahr und seit dem 1.1.2019 schließlich ein weiteres halbes Jahr an Kindererziehungszeiten anerkannt wurden, sog. Mütterrente 1&2. Insgesamt hat also eine Mutter mit zwei Kindern, sofern sie diese in den jeweils ersten 2 1/2-Jahren in Deutschland erzogen hat, in der Regel bereits einen eigenen Rentenanspruch. Allerdings sind hier Besonderheiten zu beachten und Ausnahmen abzuklären. Sind die Kindererziehungs- und -berücksichtigungszeiten bereits schon einmal verbindlich anerkannt worden, ist nichts zu veranlassen: Diese Fälle sollen maschinell bearbeitet werden. Allerdings klappt dies nicht immer, so können Fälle mit Überschneidungen bei Auslandszeiten nach wie vor nicht automatisch erledigt werden. In diesen Fällen müssen Sie sich an Ihren RV-Träger wenden. Gerne übernehme ich das für Sie.

Flexirente

Unter diesem Begriff verbirgt sich eine Reihe von Neuregelungen zum Hinzuverdienst neben dem Rentenbezug (flexible anstatt starre Teilrente). Im Einzelfall gehe ich das mit Ihnen durch. Beachten Sie jedoch: Die meisten Betriebsrenten (wie z.B. VBL, kirchliche Zusatzversorgung u.a.m.) sind auf das Flexi-Rentengesetz (noch?) nicht eingestellt, sondern setzen erst bei Vollrentenbezug ein; Motto: ganz oder gar nicht.

Krankenversicherung der Rentner

Um in die Pflicht-Krankenversicherung der Rentner aufgenommen zu werden, muss man in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens mindesten 90% der Zeit Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse gewesen sein. Die Krankenkasse zählt dieses tagegenau aus. Neu seit 1.8.2017: Pro Kind werden 3 Jahre dazugezählt, so dass die Voraussetzung nun viel leichter zu erfüllen ist. Aber Achtung: Die Krankenkassen weisen ihre Mitglieder nicht unbedingt von sich aus darauf hin!

Generelle Versicherungspflicht für Selbstständige

Grundsätzlich eine sinnvolle Sache, denn viele Selbstständige sorgen nicht genug fürs Alter vor - oder tun dies nicht insolvenzsicher. Und das ist dann besonders bitter! Wir werden das weitere Gesetzgebungsverfahren aufmerksam begleiten.

Grundrente

Jede gesetzliche Neuregelung schafft ihre eigenen Nutzenmaximierer. Den höchsten Nutzen hat nach dem derzeitigen Entwurf jemand, der oder die rund 450 € Rentenansprüche hat. Nicht schwer zu vermuten, dass dann im Niedriglohnsektor versucht wird, die Menschen unter diesem Level zu halten: eine neue Armutsfalle?

Warten wir das weitere ab!